M. u. T. AG "OGS Q"
( Musik und Theater AG "OGS Q" ) Schuljahr 2007-2008

„Gott achtet uns, wenn wir arbeiten, …und er liebt uns, wenn wir singen.“ (Tagore, indischer Gelehrter)

„Die Bühne, …das ist der magische Raum und die Zeit, …wo sich Geschichten ereignen.“(…)

„…darunter war als Größtes die Musik.“ (J.R.R. Tolkien, Buch der verschollenen Geschichten)

Grundbetrachtungen:

Die Kinder befinden sich vormittags von Montags bis Freitags im Schulunterricht. Selbst wenn hier „Freiräume“ gegeben und eingeplant sind, steht der Lehrplan dennoch im stetigen Hintergrund und rückt alsbald schnell wieder in den Vordergrund. Für die Kinder, die die offene Ganztagsschule besuchen, erstreckt sich der „Schulspannungsbogen“ noch bis weit in den Nachmittag hinein mit Mittagessen, Hausaufgaben machen und …ja und dann?

Dann sind die Kinder meist noch gut und gern ca. zwei weitere Stunden im schulisch / ganztäglichen Betreuungsmilieu. Gerade für diese Kinder ist damit ein Umstand klar und deutlich:

Sie befinden sich mittlerweile bereits für eine lange Zeit des Tages außerhalb ihrer familiären, häuslichen Umgebung und die Kapazitäten des Aufmerksamkeitsvermögens lassen inzwischen deutlich nach! Deshalb kann es nur ratsam sein, Arten von „Balanceangeboten“ im Sinne von Ausgleich zu der vorhergehenden Zeit am Tage für die Nachmittagszeit bereitzuhalten. Hier gibt es eine bunte Palette, und jede/r Schüler/in hat eine gute Gelegenheit, darin etwas für sich zu finden.

Dazu gehört auch im neuen Schuljahr wieder das Angebot einer Musik und Theater AG, das sich seit dem Schuljahr 2005 - 2006 (im ersten Jahr als Musik AG) im OGS – Programm der Grundschule Kuhstrasse befindet.

Die Praxis

Als unabdingbar wichtig sehe ich den „Spaß an der Freud“ an, das unbefangene Geschehen, geleitet in Grundbahnen theatralischer und musikalischer Elemente und daraus resultierender Ereignisse. Wir haben einmal in der Woche eine Stunde Zeit und Raum, mehr nicht, …aber auch nicht weniger.

In dieser einen Stunde, donnerstags nachmittags zwischen 15:00 und 16:00 Uhr können wir uns – insbesondere anfangs – damit befassen, zu erkunden, was Bühnenraum wohl bedeutet, denn das ist der grundlegende und magische Ort für die Geschehnisse beim Theater (–spiel) und oftmals eben auch in der Musik.

Es gilt, dass wir uns in diesem Raum, „auf der Bühne“ beginnen einzurichten und gemäß den Vorschlägen, die uns einfallen, anfangen zu proben und zu üben:

Und wieder und wieder der Austausch darüber, …das persönliche Empfinden!

Und dann gibt es um den Bühnenraum herum auch noch „Seitenräume“, „Hinterbühne“ und den Publikumsraum zu erkunden und zu verstehen.

Nach den Erfahrungen in den beiden vorigen AGs geht es nicht ohne ein gewisses (Mindest-) Maß an Regelung während der Stunde im Sinne von Disziplin; noch wichtiger brauchen wir dabei allerdings den Respekt (die Achtung) voreinander und miteinander.

Wenn Sie kurz vor 16:00 Uhr in die Schule kommen, erleben Sie womöglich gerade noch das „Ausklingen“ der Stunde zumeist wohl im Bühnenbereich der Schulhalle. Sie sehen dann mit Sicherheit eine Menge Kinder (ca. 10 – 12 Personen) und einen Erwachsenen; kann sein, dass es gerade sehr „wuselig“ und laut ist, kann aber auch sein, dass es gerade sehr leise und ganz ruhig ist und es kann sogar sein, dass es gerade irgendetwas von Beidem ist. Vorher hatten wir dann womöglich schon den Grossteil einer „guten Stunde“ (wollen wir mal annehmen), in der wir ins Detail gegangen sind, was Sie gerade weiter vorn gelesen haben.

Im „musikalischen Bereich“ geht es anfangs oftmals um Grundgewöhnungen an Dynamik (laut/leise; das entsprechende Spannungsverhältnis) und Tempo (langsam- schnell; wiederum das entsprechende Spannungsverhältnis). Des Weiteren ist hier von eminenter Bedeutung die Umsetzung eines nachvollziehbaren Rhythmus in Körperbewegung, möglicherweise dann auch noch zielgerichtet auf ein Instrument bzw. in Verbindung mit der eigenen Stimme. Etwas Ähnliches geschieht gleichfalls in der Auseinandersetzung mit theater- szenischen Elementen, Stimmungen und Abläufen.

Aufführung (als ein Ziel)

Es ist mit definitiver Sicherheit kein Klacks, mit solch einer neuen, relativ unbekannten Gruppe etwas „Aufführwürdiges“ zustande zu bringen, denn:

Wenn wir etwas aufführen, dann soll es dem Publikum (und uns auch!) möglichst gefallen in dem Sinne, dass es einen in irgendeiner Weise empfindend berührt. Insofern sich bei uns als AG- Gesamtgruppe „OGS Q“ (repräsentiert durch jede Person) das Gefühl einstellt, dass sich das, was wir erarbeiten auch einem Publikum zeigen lässt, so sei´s drum, …an uns soll es dann gewiss nicht scheitern.

Ein kleines Beispiel noch dazu:

Im vergangenen Jahr haben wir es geschafft an 2 Terminen eine kleine Präsentation zu bieten, deren Dauer allerdings maximal 10 Minuten betrug; für die vorige Gruppe war das eine große und tolle Leistung; die Vorbereitungen dafür betrugen jedes Mal 4 – 6 Wochentermine der AG.

Mitarbeiter
Bernd Goertzgen, Jg. 1955

Seit vielen Jahren (1974 – 1988 und ab 1993 wieder) arbeite ich hauptberuflich als ausgebildeter Heilerziehungspfleger in der Assistenz von Menschen (mit Behinderung). In dieser Tätigkeit gilt mir mittlerweile schon lange Zeit als besonderes Anliegen der Kontakt mit Musik und anderen kulturellen Aktivitäten.

Meine Kollegen/innen und ich sind dort in unserem dienstlichen Alltag aufgrund einer solchen Haltung mittlerweile zu recht bemerkenswerten und anrührenden Grundeinsichten gelangt. Diese, meiner Ansicht nach beweisbaren, Situationen bestärken und ermutigen mich täglich aufs Neue, dass Menschen unbedingt „von jung an“ kulturelle Anregungen und Aktivitäten brauchen, weil sie daraus Lebensfreude, Lebensmut, Lebensbildung und viele weitere gute Kräfte und Empfindungen für ihr gesamtes Leben schöpfen können.

Weiteres über mich:

„Erst singen und tanzen,…dann die Instrumente.“ (Yehudi Menuhin)

„Wenn es etwas gibt, dass das Geschehen auf der Bühne maßgeblich beeinflusst,
dann ist es die Freiheit zu wagen.“(…)

„Das Ganze ist anders, als die Summe seiner Teile.“ (Professorin Irmgard Merkt,
Fachbereich Rehabilitation und Musik, Uni Dortmund)

Dogana Community, B. G. , c 2007

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