Unsere Schul – Voliere

Vorgeschichte:
Alles begann damit, dass einer netten Lehrerin (Frau Cürlis), ein Wellensittich zuflog. Sofort wurden ihre Mutterinstinkte geweckt und sie nahm ihn auf. Nicht lange überlegt, kaufte sie einen stattlichen Käfig mit allem drum und dran. Da sie ihn sehr schlecht verstand, dachte sich Frau Cürlis: "Der kleine Mann braucht eine Partnerin mit der er sich streiten und wieder vertragen kann." Gesagt – getan, auf eine Partnerin musste das Findelkind nicht lange warten. Jedoch – oh Schreck – sie machte die Rechnung ohne ihre zwei vierbeinigen Mitbewohner. Lauthals beschwerten sie sich täglich bei ihren Menschen. Eine Lösung musste her. Mit dieser Eifersucht war nicht zu spaßen. Da fiel ihr plötzlich die Schule ein. Dort gab es einen tierverrückten Hausmeister. Vielleicht könnte er...?

Die Ankunft:
Volierenbild Nun, richtig gedacht. Er hatte auch direkt eine gute Idee. Das Wellensittich–Pärchen wurde zu einem festen Bestandteil der Schule. Unsere ersten Schulvögel! Schnell wurden die beiden ins Herz der gesamten Schule geschlossen; sie bekamen fast jeden Tag Besuch von Kindern. Um fachmännische Auskunft zu geben, bildete ich mich rasch weiter. So konnte der "Mann für alle Fälle" den Schülerinnen und Schülern sogar Sachunterricht am lebenden Objekt geben! Schnell erkannte ich:
Die Tiere brauchen mehr Platz!

Erweiterung und Nachwuchs:
Volierenbild Da man den gefiederten Freunden im Schulgebäude keinen optimalen Ausflug bieten konnte, besorgte ich eine kleine aber feine Zimmer - Voliere mit den Maßen von 1,00m x 0,60m x 1,20m. Die Vögel entwickelten sich prächtig, sogar so prächtig, dass eines Tages ein Ei gelegt wurde. Was für eine Freude! Wir werden alle Eltern! So kam der Gedanke, man könnte doch versuchen, Wellensittiche zu züchten. Es wäre wirklich auch ganz bestimmt nur ein einziges mal... nur um mal zu sehen wie das so ist... Keiner dachte damals daran, was daraus mal entstehen würde. Also, Herr Manhold, ein Nistkasten muss her. Aber halt, DAS GESETZ! Wer Wellensittiche züchten oder gar gewerbemäßig handeln will, bedarf der behördlichen Erlaubnis nach dem Tierseuchengesetz und der Psittakoseverordnung (Psittakose= gefährliche auch für Menschen ansteckende Papageienkrankheit). Nun - das sollte lösbar sein. Ich beantragte für mich eine Zuchtgenehmigung beim Kreisveterinärsamt Mettmann. Wer nun glaubt, das ist mal so eben gemacht, hat sich da getäuscht. Ein Veterinär aus Mettmann kam in die Schule und ich musste eine mündliche Prüfung über Pflege, Zucht, Krankheiten und Volierenausstattungen ablegen. Außerdem musste ein Quarantäneraum vorgewiesen werden. Volierenbild Zum Schluss begutachtete der Amtstierarzt die Voliere und wünschte viel Erfolg mit der Zucht. So erhielt ich meine Zuchtgenehmigung und konnte damit Fußringe für die Nachzucht bei der Ringstelle Mettmann erwerben. Endlich konnte der Nistkasten im Käfig aufgehängt werden. Das Pärchen erkundete ihn und sofort wurde er angenommen. Nun ging alles seinen Weg. Unsere Wellimama legte fleißig jeden Tag ein Eichen bis schließlich sechs Stück drinnen lagen und die Dame des Hauses nun darauf fest saß und brütete. Was für ein Erfolg! Nach ca. 18 weiteren Tagen schlüpfte das erste Küken. Mit seinen gerade mal knappen 3 Gramm ein echter Winzling. In den weiteren Tagen schlüpften dann noch 2 weitere Jungvögel. Dies war ein echtes Erlebnis, so dass die Hausmeisterloge zum Wallfahrtsort wurde. Die Kinder bestaunten täglich aufs Neue die kleinen Piepmätze. Die Jungen wuchsen nun auch von Tag zu Tag und man konnte sich nur wundern, wie schnell sie groß wurden. Nach nur ca. 5 Wochen waren sie ausgewachsen und konnten ihre ersten Flugversuche starten. Da saß sie nun, unsere Welli– Großfamilie. Wieder wurde schnell erkannt: Der Käfig ist zu klein!

Zweite Erweiterung:
Volierenbild So stellte ich an das Kollegium die Frage, ob sie eine große Vogel – Voliere haben möchten, an der Anschauungsunterricht unter meiner Anleitung gegeben werden könne. Diese Idee wurde mit Begeisterung aufgenommen, doch wie sollte die Finanzierung aussehen? Nun, darum kümmerte ich mich persönlich. Ich schrieb sämtliche Baufirmen an und telefonierte mit ihnen. So fanden sich zwei große Sponsoren die uns gegen eine Spendenquittung, mit Baumaterialien großzügig unterstützten. Es handelte sich um die Firma Holz Lumbeck hier in Langenberg und die Firma Baustoffe Voss aus Essen–Kupferdreh. Die Voliere selbst wurde von mir in Eigenleistung gebaut. Zur Seite stand mir Herr Velke, Angestellter der Fa. Voss und selber Vater von zwei Kindern, die hier zur Schule gingen. Innerhalb von 2 Monaten wuchs unsere Voliere zu einem wirklichen Schmuckstück der Schule heran, so dass unsere Wellensittichfamilie im Sommer 2001 einziehen konnte.

Happy End:
Volierenbild Mittlerweile wurde die Voliere von mir bereits zwei mal vergrößert. So ist sie nun ein fester Bestandteil unserer Schule. Jedes Frühjahr können wir nun miterleben, wie sich die Vögel paaren und erfolgreich ihre Jungen aufziehen. Mittlerweile sind nicht nur Wellensittiche dort zu Hause, sondern auch Nymphensittiche, Bourk– und Schönsittiche. Ich gebe nach wie vor jedes Jahr fachkundige Auskunft an Kindern in den Klassen weiter, so dass ein Grundwissen über diese lustigen Haustiere gewonnen werden kann. So wurde dieses Projekt zu einer schönen und nützlichen Bereicherung der Schule, die von jung Volierenbild und alt gleichermaßen bewundert und nun auch von unserem Förderverein tatkräftig unterstützt wird. Dieser hatte sich nämlich dafür entschieden, für Futter und Zubehörkosten aufzukommen. Dafür an dieser Stelle – auch im Namen unserer Vögel – ein großes Dankeschön. Durch diese freundliche Unterstützung ist es sogar möglich, jedes Jahr im Frühjahr und Sommer hier für ganz kleines Geld einen Jungvogel zu erwerben. Volierenbilder–Kuh


Fred Manhold

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